Themen

Auf der Basis unseres interdisziplinären Ansatzes integrieren wir unsere verschiedenen thematischen Schwerpunkte in die Forschungs- und Öffentlichkeitsarbeit des INa. Über die Themenfelder Nachhaltige Ökonomie, Nachhaltigkeitsmanagement, Corporate Social Responsibility, Wirtschaftsethik, Klimaschutzrecht, Umweltrecht und sozial-ökologische Transformationsprozesse möchten wir Ihnen hierzu einen kleinen Einblick geben.

Nachhaltige Ökonomie

Die Nachhaltige Ökonomie befindet sich in der Entstehung. Sie entwickelt sich aus der Volkswirtschaftslehre und der Sustainable Science (insbesondere der Ökologischen Ökonomie und Neuen Umweltökonomie). Sie wird von uns als „ökonomische Theorie der Nachhaltigen Entwicklung unter Berücksichtigung der transdisziplinären Grundlagen“ definiert. Im Zentrum stehen hierbei die Fragen, wie sich ausreichend hohe ökonomische, sozial-kulturelle und ökologische Standards in den Grenzen der natürlichen Tragfähigkeit erreichen sowie das intra- und intergenerative Gerechtigkeitsprinzip verwirklichen lassen. Das Netzwerk Nachhaltige Ökonomie hat sich auf zehn Kernaussagen verständigt, welche die theoretische Grundlage der Nachhaltigen Ökonomie bilden.

Ausführliche Informationen finden Sie hier.

Nachhaltigkeitsmanagement

Betriebliches Nachhaltigkeitsmanagement bedeutet, alle unternehmerischen Tätig­keiten systematisch darauf hin auszugestalten, dass Umwelt­einwirkungen ökonomisch effizient vermindert und erwünschte sozial-gesellschaftliche Wirkungen in dem Maße erhöht werden, dass der Einsatz für gesellschaftliche Anliegen zum Bestandteil der betrieblichen Wert­schöpfung wird, sodass er nachvollziehbar und dauerhaft sowohl zu sozialen und ökologischen Verbesserungen als auch zum Unternehmenserfolg beiträgt.

Insgesamt umfasst Nachhaltigkeitsmanagement marktliche, aber auch außermarktliche Themen, da ökonomisch relevante Umwelt- und Sozialthemen nicht nur marktlichen, sondern häufig außermarktlichen Charakter besitzen. Zusammen­gefasst bedeutet es eine große Transformation, denn Nachhaltigkeits­management beinhaltet ein "Veränderungsmanagement", in der Gestalt, den längst stattfindenden Wandel in der Umwelt und Gesellschaft zu akzeptieren und proaktiv mitgestalten zu wollen.

Corporate Social Responsibility (CSR)

Corporate Social Responsibility bedeutet, dass sich Unternehmensmitglieder und die Unternehmung für die Auswirkungen ihrer Entscheidungen und Aktivitäten auf Gesellschaft und Umwelt verantwortlich erklären. Basierend auf anwendbarem Recht und im Einklang mit ethischen Überlegungen und internationalen Verhaltensstandards sollten Entscheidungen so getroffen werden, dass sie gleichzeitig ökonomische Ziele und Erwartungen relevanter Stakeholder berücksichtigen und so nachhaltigen Wert für Unternehmen und Gesellschaft schaffen.

Dies erfordert die Integration sozialer und ökologischer Belange in Ziele, Werte, Strategien und Prozesse sowie die Schaffung von Strukturen, die verantwortliches Verhalten fördern und sinnvoll machen. Corporate Social Responsibility betrifft folglich alle Ebenen und Funktionen im Unternehmen und erfordert nicht zuletzt Entwicklung von Ressourcen und Kompetenzen, die verantwortliches und wertschaffendes Management vereinen können.

Ethik in Wirtschaft und Verwaltung

Organisationen in der privaten oder öffentlichen Wirtschaft können mit ihrem Agieren ihre bio-physikalische und soziale Umwelt auf vielfältige Weisen beeinflussen. Eine ethische Reflexion hilft bei einer Analyse und Bewertung der Auswirkungen. Beispielsweise kann es sich mit Blick auf Organisationen des öffentlichen Dienstes als vorteilhaft erweisen, nicht nur danach zu fragen, ob sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter rechtlich korrekt, sondern auch, ob sie sich ethisch verhalten.

Für eine entsprechende Untersuchung ist zunächst zu klären, welche konkreten ethischen Orientierungspunkte in einer Organisation, Berufsgruppe oder Profession für relevant erachtet werden, um daran anschließend der Frage nachzugehen, welche Faktoren ein ethisch orientiertes Verhalten fördern oder hemmen. Davon ausgehend lassen sich ggf. wiederum Maßnahmen auf dem Gebiet der Personal- oder Organisationsentwicklung ableiten.

Umweltrecht

Als eigenständiges Rechtsgebiet gibt es das Umweltrecht erst seit ein paar Jahrzehnten. Während es dabei anfangs vor allem um Grenzwerte und technische Anforderungen an umweltbedeutsame Anlagen ging, steht heute die rechtskonzeptionelle Ebene im Vordergrund – mit der zentralen Frage, auf welche Weise Ziele der Nachhaltigkeit in rechtliche Instrumente gegossen werden können. Das ist im engen politischen Mehrebenengeflecht zwischen föderalem innerstaatlichem Recht, Verfassungsrecht, EU-Recht und Völkervertragsrecht eine außerordentlich anspruchsvolle Herausforderung.

Klimaschutzrecht

Das Klimaschutzrecht bildet neben dem Klimawandelanpassungsrecht eine Säule des Klimarechts. Das Klimaschutzrecht umfasst diejenigen Normen, die das Klima vor den von Menschen verursachten (anthropogenen) Einwirkungen durch Vorbeugung und/oder Wiederherstellung schützen sollen. Es stellt eine klassische Querschnittsmaterie dar, deren Normen nicht in einem einheitlichen Rechtssystem gebündelt sind, sondern sich auf verschiedene Gesetze auf völker-, europa- und nationaler Ebene verteilen, die zusammenwirken. Insbesondere der durch das Bundes-Klimaschutzgesetz (KSG) gewährleistete Klimaschutz ist in ein transnationales Mehrebenensystem eingebettet. Im Klimaschutzrecht sind die Strategien zur Reduktion des Treibhaus­gasausstoßes von wesentlicher Bedeutung. Das Gros der klimaschutzrelevanten Rechtsnormen ist daher primär auf die Senkung des CO₂-Ausstoßes gerichtet. Klimaschutzmaßnahmen dienen dementsprechend der Vermeidung der Entstehung von Treibhausgasemissionen und der Verhinderung ihrer Freisetzung.

Sozial-ökologische Transformationsprozesse

Der Klimawandel, die Erosion der biologischen Vielfalt, die tendenzielle Erschöpfung fossiler Ressourcen und die Konflikte um eine Energiewende deuten an, dass wir uns inmitten einer "großen Transformation" befinden. In welche Richtung diese verläuft, inwieweit sie soziale Ungleichheit verstärkt oder abschwächt und wie sie zu gestalten wäre, ist umkämpft. Im Themenfeld "sozial-ökologische Transformationsprozesse" werden die Konflikte um die Definition und Bearbeitung von Umwelt- und Energieproblemen untersucht. Ziel ist es, die gesellschaftlichen Macht- und Herrschaftsverhältnisse, die diesen Problemen zugrunde liegen, besser zu verstehen und Wege zu einer demokratischen, sozial gerechten und ökologisch nachhaltigen Gesellschaft aufzuzeigen.